Fahnenflucht presented by autonome wm gruppe

30Jun/100

Jens und die Antideutschen

Ein mediales Dilemma in Links-Moll

Wir sind Jens, auf jeden Fall sehr verdutzt über den Spagat den sich ARD und TAZ liefern und wundern uns gerade, wo sich die kleine Goldilocks versteckt hat, die vom süßen Brei unseres Aktiönchens gelöffelt und danach auf der weichen Matratze unseres Zusammenhangs geschlafen hat. Ehrlich, liebes Nachtmagazin, Euer investigativer Report über uns, ließ uns darbend auf der Bettkante unserer Subkultur zurück. Hin- und hergerissen zwischen der Bestätigung, dass auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen gerne seine Praktikanten im Kampf wider der Aufklärung auf den Altären der
Quoten opfert und reinster Dankbarkeit, dass wir eine konstruierte Kunstperson haben auf die wir unsere Positionen projizieren können. „Wir sind JENS!“ schallt es aus den dunklen Höhlen der „autonomen WM-Gruppe“ und ausgepowert zeigen wir jedem, der es nicht sehen will, die Ergüsse Eures Beitrages.

Lieber Oliver Jarasch, wir sind begeistert, wirklich und würden gerne wissen, ob wir uns Jens die Tage mal ausleihen könnten, um den bezahlkräftigeren Sendern Exklusiv-Interviews aufzudrücken und nebenbei Verfilmungen mit Titeln wie „Das Wunder von Neukölln“ oder „Zwei Fäuste gegen die Integration“ auszuhandeln.

Und Du, begehrenswerter Jens, Dir möchten wir einen ganz dicken solidarischen
Schmatzer auf das Bäckchen drücken und begeistert um Dich herum tanzen. Schwarz-Rote Lorbeeren sollen Dein Haupt krönen und wir an den Mauken harren, um Deiner Weisheit größter Schuss zu lauschen. Du bist zwar mit Deinem fancy-schmancy Shirt und Deinen fast korrekten Aussagen keine Kya, aber wohl gerade auch deshalb eine sehr anständige Projektionsfläche und sollte es Dir in der Mühle der ARD einmal langweilig werden, haben wir sicher ein kleines und feines Plätzchen in den brachialen Hallen der „autonomen WM-Gruppe“ für Dich übrig.

„Schwarz-rot-HASS“ titelt die Taz in bester Springer-Manier und schmeißt ebenso springerhaft antideutsche Positionen in den Topf mit antinationalen Haltungen, rührt die Suppe in krampfhaft links-liberaler Manier um und heraus kommt ein Eintopf, den die BZ nicht besser hätte würzen können. Die wirklichen Unterschiede, gerade in Bezug auf Wertkritik und kritischer Theorie brauchen auch keine Relevanz zu finden,zu einfach klingt das Prädikat „antideutsch“ in den Ohren jener, die nur am Rande
der Szene tanzen, während Teile unserer Gruppe ab sofort mit Zahnschutz ins Bett geschickt werden müssen, um sich ihre Beißerchen nicht kaputt zu knirschen.
„Antideutsch“ lacht es aus unseren Gemeinschaftsküchen und Tante Rupp häkelt schon mal die Satteldecken für unsere Schäferhunde auf denen wir gen Horizont reiten…

Mal ganz ehrlich, Fräulein Kampf, so mal ganz unter uns, wir finden uns ja gerne damit ab, dass die TAZ recht kopflos durch den linken Szenesumpf hottet, aber was uns fast schon ein bisschen wurmt, sind die Scheuklappen jenseits der feiernden Partymeile, abseits von Biedermeier, Bockwurst und Ballgefühlen und schwarz-rot-geil. Kein Wort von den rassistischen, homo-&transphoben oder antisemitischen Übergriffen, die durch die Bullenticker der Nation kreisen, keine Zeile ist Dir gar "Wer nicht hüpft, ist kein Deutscher" wert und wir müssen nicht einmal die letzte Konsequenz bis Ausschwitz ziehen, Rostock-Lichtenhagen reicht uns vollkommen...

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